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Der Dorfladen 2.0: Warum unbediente 24/7-Läden gerade europaweit boomen

Autorenbild: la stizun
la stizun
28. Aug.
2 Min. Lesezeit

Vor ein paar Jahren klang die Idee für viele noch gewagt: ein Dorfladen ganz ohne Personal, rund um die Uhr geöffnet, mitten im Berggebiet. Heute zeigt sich: la stizun in Vignogn liegt damit nicht nur richtig – wir sind Teil einer Bewegung, die gerade ganz Europa erfasst.


Dorf Vignogn in der Val Lumnezia, Standort des la stizun Dorfladen 24/7

Dorfladen 24/7: Ein europaweiter Trend mit vielen Gesichtern

In Schweden eröffnete bereits 2010 der erste unbediente Dorfladen unter dem Namen «Lifvs» – heute gibt es dort dutzende Standorte in entlegenen Gemeinden. In Deutschland etabliert sich das Franchise-Konzept «Tante-M» als personallose Nahversorgung, und auch in der Ostschweiz boomen laut «Tagblatt» unbediente Läden. Der gemeinsame Nenner: Wo sich ein klassischer, personalintensiver Dorfladen wirtschaftlich nicht mehr rechnet, schaffen digitale, unbediente Konzepte neue Perspektiven für die Nahversorgung.


Was la stizun von anderen unterscheidet

Bei vielen dieser Konzepte steht die reine Effizienz im Vordergrund. Bei la stizun war von Anfang an klar: Ein Dorfladen ist mehr als ein Ort zum Einkaufen. Seit der Eröffnung im März 2023 ist unser Pilotladen in Vignogn zu einem sozialen Treffpunkt geworden – mit Sitzecke, Kaffeemaschine und über 1'000 Produkten, viele davon bio, regional oder direkt von Produzentinnen und Produzenten aus dem Tal. Der Zugang ist bewusst niederschwellig gehalten: Eingecheckt wird einfach mit Bankkarte oder SwissPass, eine App oder Registrierung braucht es nicht.

Die Zahlen geben dem Konzept recht: Über 100 Kundinnen und Kunden besuchen den Laden im Schnitt täglich, und der Umsatz ist 2025 um rund 30 Prozent gewachsen. Im gleichen Jahr stand la stizun im Finale des Founders Awards.


Von Vignogn nach Salouf und Monstein

Was 2023 als Pilotladen in Vignogn begann, ist heute bereits ein Netzwerk von drei Standorten. Mit «la stizun Monstein» in Davos Monstein und «la buteia Salouf» in Salouf hat das Konzept den Sprung über die Val Lumnezia hinaus geschafft – zwei weitere Bergdörfer mit einer 24/7-Nahversorgung, die sich wirtschaftlich sonst kaum tragen würde. Jeder Standort bleibt dabei lokal verankert, mit eigenen Ansprechpartnern vor Ort.


Technologie, die im Hintergrund arbeitet

Was Kundinnen und Kunden kaum bemerken: Im Hintergrund sorgt eine automatisierte Bestandsführung dafür, dass Regale rechtzeitig nachgefüllt werden, ohne dass Ware verdirbt. Diese Kombination aus smarter Logistik und regionaler Beschaffung reduziert Food Waste spürbar – für kleine Berggemeinden ein wichtiger Nebeneffekt.


Was das für die Zukunft bedeutet

Der Trend zu unbedienten 24/7-Läden dürfte sich fortsetzen – gerade in Regionen, die mit Abwanderung und schwindender Nahversorgung kämpfen. Aus dem Pilotprojekt in Vignogn ist so ein Modell geworden, das sich auf weitere Dörfer übertragen lässt – Anfragen aus der Region liegen bereits vor.

Betreibt deine Gemeinde oder Genossenschaft einen Dorfladen, der ums Überleben kämpft – oder überlegt ihr euch, einen 24/7-Standort aufzubauen? Wir teilen gerne unsere Erfahrung aus drei Jahren la stizun. Meldet euch unter info@lastizun.ch.

 
 
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